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Interview Ken Jebsen mit Franz Alt  (Einige notwendige Anmerkungen)


Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, die man beide schätzt, und in dem Gespräch eine ebenso verdrehende wie verheerende Ansicht über den 'Kreuzestod des Jesus' in die Welt gesetzt wird, dann ist es nicht unbedingt einfach, in der Sache die richtigen Worte zu finden.
Aber auch bei Menschen, die einem eigentlich sehr sympathisch sind, sollte es wenigstens versucht sein. So sind die folgenden Zeilen gemeint.
Franz Alt spricht im Zusammenhang von Ökologie und Friedenspolitik vielschichtig von „Jesus“. Das dürfte auch durchaus hinreichend sein, wenn man, durch die Fokussierung auf die von 'Jesus' gelebte tiefe Menschlichkeit, des heutigen Menschen Beziehungen und Aufgaben gegenüber den Mitmenschen, der Natur und letztlich 'aller Kreatur', den Zuhörern (und Lesern) darstellen will.
Dass eine allgemeine Bewusstwerdung in Richtung 'Schöpfung bewahren' und 'Friedenspflicht' insgesamt mehr als notwendig ist, dürfte wohl unbestritten sein...und ist daher auch immer zu begrüßen!

Daher möchte ich es grundlegend auch so ansehen, dass sowohl Franz Alt als auch Ken Jebsen dieses Interview aus erkenntnis-und friedensimpulsierenden Motiven heraus und mit den besten Absichten geführt haben.
Doch auch gute Absichten vermögen offensichtlich nicht vor einschneidensten Fehlgriffen zu bewahren...!
Der größt denkbare 'Fehlgriff' (zurückhaltend formuliert) ist in der Passage des Videos zu finden, wo Franz Alt den tatsächlichen Tod des 'Jesus' aufhebt und in die Ränge einer vorübergehenden Betäubung verweist. (Ab ca. 56.Min.) 'Jesus' ist demnach nicht 'richtig gestorben' und war daher auch nicht wirklich tot, ...sondern in einem „Nahtodeserlebnis“ ...aus dem er dann auch nicht 'auferstehen' brauchte, sondern er befand sich in einer 'drei Tage währenden Bewusstlosigkeit' aus der er „durch Freunde, die dafür gesorgt haben, dass er wieder zu Bewusstsein kam....auferweckt wurde“.  Nachdrücklich weist Franz Alt zum Schluss dieser Passage (ca. 58.25 Min) darauf hin „Jesus ist wieder aufgewacht aus seiner Bewusstlosigkeit“....was dann noch von Ken Jebsen abschließend begleitet wird „...es ist wie jemand der eine schwere Krise durchgemacht hat....oder, der dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen ist.“ Soweit die Kern-Passage um die es mir geht ...und der ich auch meine 'Anmerkungen' im Kern widmen möchte.
(Einschub: Eigenartigerweise aber auch sehr bezeichnenderweise ist von 'Christus' in dem ganzen Geschehen seitens Franz Alt nie die Rede.....und nur Ken Jebsen gebraucht manchmal die Bezeichnung 'Jesus Christus', das aber so, als handele sich da eher um einen 'Hausnamen'. 'Christus' gewissermaßen als der Hausname des Jesus.)

Im Christentum gibt es von Paulus bis zu etlichen Mystikern durch alle Jahrhunderte die Aussage, dass mit der Auferstehung des Christus das gesamte Christentum steht und fällt: „....so wäre unsere Lehre tot, und tot auch unser Glaube“ (Paulus)
Und das sehe ich ebenso:  Die Auferstehung, die m.E. einhergeht mit einer g e i s t i g  vollgültigen und vollmächtigen Durchdringung der 'Daseins'-Sphäre, die der Tod in dieser Welt ist, ist das absolute Zentral-Ereignis zur Begründung eines neuen Entwicklungs-Zusammenhangs von Mensch, Erde und Kosmos!...!!
In dieser 'Auferstehung', die letztendlich nur als in einen Entwicklungs-Prozess einmündend verstanden werden kann, wurde 'alle Kreatur', und insbesondere der Mensch in seiner Verantwortungs-und 'MitSchöpfer-Dimension', mit NEUEN und  s o  noch nie auf dieser Erde dagewesenen Lebens-Kräften keimhaft 'verwoben'.
Dieses, so könnte man sagen, durch die Auferstehung des Christus 'generierte' NEUE im Bereich der 'Lebens-Substanz-Kräfte', ist der zentralste Entwicklungs-Punkt für die gesamte gemeinsame Evolution von Mensch, Erde und Kosmos. Hier ist das Wort von „...Ich mache alles Neu“ in eine wahrhaftige WIRKlichkeit getreten. Es kommt über die Auferstehung TATsächlich ALLES in einen neuen Lebens-Kräfte und Entwicklungsrahmen. ..!

Wer, jedenfalls unter diesen Aspekten, das Christentum um den wirklichen Tod des Christus ...und somit auch um seine TATsächliche Auferstehung 'entkernt', greift damit letztendlich den realen und helfend-heilenden 'Substanz-Kern' der ganzen Welten-Zukunft an. ..!

D a s, so muss man unbeschadet jeder persönlichen und aus anderen Gebieten sich ergebenden Sympathie feststellen, ist es, worum es dabei 'in der Tiefe der Sache' letztendlich geht!

Es kann also in der Erfassung von Tod und Auferstehung des Christus nur um ein erkenntnis-begründbares Bejahen einer wirklichen TATsache...oder deren Verneinung gehen. Da ist dezidierte Entschiedenheit aus der Sache selbst heraus unvermeidbar....und diese hat dann auch unvermeidlich die Entscheidung (bewusst oder unbewusst) im Schlepptau, ob man daran mitwirkt, dass unsere heutige Welt von der dringend und buchstäblich not-wendigen (die Not wendend) spirituellen Wahrnehmungserweiterung von den wirklich NEUEN (kosmischen) TATsachen berührt werden kann,...oder eben nicht.
Kurzum: Dass bei Franz Alt lediglich 'Jesus' als der 'schlichte Mann aus Nazareth' als Inbegriff vorbildlichster Menschlichkeit und nachdrücklichstem Engagement für Frieden, Ökologie und Schöpfungsbewahrung übrig bleibt, ….der tiefer (und letztlich bis in kosmische Weiten) veranlagte 'Auferstehungs-Impuls' des Christus jedoch nicht nur übersehen, sondern verneint....und mit dem „Jesus in einer Nahtodeserfahrung“ letztendlich auch 'ausradiert' wird.....das ist in aller Schärfe zu sehen....und m.E. auch zu benennen! Denn wenn Franz Alt recht hätte mit seinem lediglich "bewusstlosen Jesus", dann wäre OSTERN die größte Farce im Kosmos!..!

Da das Interview-Video 'Ken Jebsen und Franz Alt' viele Zugriffe hat, kann nur gehofft werden, dass sich an dieser zentralen Christentums-Entkernung (zumindest hier und da) ein ebenso freundlicher wie sachlich notwendiger Widerspruch entzündet.


Wilfried Michalski



Der Link zum KenFM-Video:
https://youtu.be/lNoXG4QZDmY 

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